News - 27.11.2017 -United Against Waste e.V. stellt erste umfangreiche Zwischenbilanz zu Lebensmittelabfall in der Außer-Haus-Verpflegung vor.

Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung stellte der Verein United Against Waste e.V. (UAW) am 23. November 2017 in Hamburg die deutschlandweit erste Zwischenbilanz zu Lebensmittelabfall (LMA) in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) vor. Valide Zahlen für Deutschland lagen bisher nur aus Schätzungen vor. Sie reichten aber nicht aus, um die Abfallsituation in der AHV realistisch darzustellen. Überdies existierten bisher zu wenige Daten, die genau ermitteln, in welchen Bereichen LMA täglich anfällt. „Wir haben den Handlungsbedarf früh genug erkannt und entsprechend gehandelt“, erläutert von Borstel, Geschäftsführer UAW, während er die Zwischenbilanz den Mitgliedern präsentiert, die durch ihr Engagement maßgeblich dazu beigetragen haben.

Dezidierte Messungen und Analysen in 393 Betrieben.
Seit nunmehr fünf Jahren beschäftigt sich der Verein mit der Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung. Um auf das Gramm genau nachzuweisen, wie viel Prozent der tatsächlichen Lebensmittelabfälle vermeidbar wären, entwickelte UAW Mitte 2014 das Abfall-Analyse-Tool. Abfälle werden anhand vier transparenter Sammelbehälter, die den gesamten Küchenprozess abbilden, sortiert, gewogen und dokumentiert. So konnten innerhalb von 2,5 Jahren insgesamt 393 Messungen durchgeführt und analysiert werden – in Kooperation mit unterschiedlichen Betrieben der AHV.
Damit verfügt United Against Waste bundesweit über die umfangreichste Abfalldatenbasis mit detaillierten Analysen. Ziel der Zwischenbilanz ist es nun, Instrumente für AHV-Betriebe zur Verfügung zu stellen – damit Messungen, Abfallanalysen und das Coaching für eine abfallarme Verpflegung zum Standard werden. Neben umfangreichen Messergebnissen werden in der 50 Seiten umfassenden Bilanz der AHV-Markt, Gesetzgebungen, Herausforderungen an die Branche, Praxisberichte sowie konkrete Lösungen zur Abfallvermeidung dargestellt.

Es ist höchste Zeit...

Vor rund einem Jahr hat sich Deutschland dazu bekannt, die Sustainable Development Goals zu erreichen. Damit ist die Pflicht verbunden, Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Die Bundesregierung geht sogar noch einen Schritt weiter: Sie hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, schon bis 2020 die Lebensmittelabfälle zu halbieren. Kurz: die gesamte Branche muss handeln. Abfallmessungen sind die Grundlage dafür, um zu wissen, wie viele Speisereste am Ende eines jeden Verpflegungstages entsorgt werden. Und sie legen erste Ursachen offen. „Wir als Verein haben die Grundlage geschaffen, um diese Ziele auch erreichen zu können“, freut sich von Borstel.

...für ein bundesweites Monitoring

Aufgrund der vorhandenen Ressourcen und Datengrundlage haben AHV-Betriebe in der gesamten Wertschöpfungskette das größte Potenzial zur Vermeidung von Lebensmittelabfall. Die Zwischenbilanz liefert erstmals gesicherte Werte für Betriebsrestaurants, Krankenhäuser, Hotels und Schulen. Auf deren Grundlage kann die Entwicklung der gesamten Lebensmittelabfälle in der Außer-Haus-Verpflegung in Deutschland dokumentiert und bewertet werden. Ein solches Monitoring schafft erstmals Transparenz und deckt Ursachen und Einsparpotenziale auf. Nun gilt es die Messungen noch stärker auszuweiten, um damit ein bundesweites Monitoring zu forcieren. „Eine abfallarme Verpflegung gelingt nur, wenn wir alle wesentlichen Akteure eingebunden und motiviert werden. Und vor allem: Indem wir eine belastbare Datenbasis zu Lebensmittelverlusten in Deutschland vorlegen können“, so von Borstel abschließend. >Hier gelangen Sie direkt zum Download Zwischenbilanz 2018

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